| Einen Einstieg zu L.
Schuncke präsentierte uns der junge Geiger Max Reimer
mit Variationen über "Ah, vous dirai-je, maman",
am Klavier wiederum begleitet von J. Draheim und garniert
mit seinen ergänzenden Informationen über Herkunft von
Melodie und ursprünglichem Text. Dann stellten die Künstler
Roswitha Sicca (Mezzosopran) und M. Nagy, am Flügel
ebenfalls J. Draheim, vier Lieder Schunckes vor, Lieder
aus seiner Stuttgarter Zeit, komponiert nach Texten von Schiller
und Goethe, Zeugnisse erstaunlicher musikalischer Frühreife.
Die Lieder des bereits mit 24 Jahren verstorbenen Komponisten,
des engsten Jugendfreundes von Robert Schumann, werden auf der
CD umrahmt von vier Stücken Schunckes für Klavier zu
vier Händen.
Als Einleitung zu den Werken von J.J. Abert wurden zwei Lieder
von Carl Eckert, dem Vorgänger Aberts als Stuttgarter Hofkapellmeister
vorgetragen, ebenfalls präsentiert von den vorgenannten
Künstlern. Einen weiteren Bezug brachte das "Albumblatt
Es-Dur" von Richard Wagner, dem berühmten Zeitgenossen
der Komponisten, in einer Bearbeitung für Violine und Klavier
von Edmund Singer, dem Konzertmeister und Orchesterkollegen
Aberts in der Stuttgarter Hofkapelle. Die Charakterisierung
der damaligen Epoche wurde ergänzt durch drei der "Ungarischen
Tänze" von Johannes Brahms - mit dem Abert mehrfach
bei Aufführungen in Stuttgart zusammenarbeite - in einer
Version für Violine und Klavier von Paul Klengel, einem
Nachfolger Aberts als Hofkapellmeister. Die beiden Instrumentalwerke
wurden mit besonderem Beifall der Zuhörer ausgezeichnet.
Danach erklangen, ebenfalls vorgetragen von den vorgenannten
Künstlern, sechs Lieder von Abert, die 1879 bei dem renommierten
Musikverlag Breitkopf & Härtel erschienen waren, welche
aber z.T. früher entstanden sind. Es sind melodisch ansprechende
und wirkungsvolle Konzertlieder mit anspruchsvollen Klavierbegleitungen,
die zu den besten Werken Aberts zählen. Die meisten Instrumentalwerke
dieser Vorstellung waren seit mehr als hundert Jahren zum ersten
Mal wieder zu hören oder waren gar Stuttgarter Erstaufführungen.
Zusätzlich zu diesen Liedern und Werken für Violine
und Klavier enthält die neue CD Aberts Streichquartett
A-Dur, aufgenommen mit dem Stuttgarter Abert-Quartett. Abert
hatte dieses Quartett als Kontrabassist seinem Kapellmeister
Carl Eckert gewidmet, sein Kollege und Konzertmeister Edmund
Singer besorgte 1862 die Uraufführung.
Die Moderation dieses Konzerts durch Joachim Draheim machte
Appetit auf eine erlebnisreiche Begegnung mit dieser Musik aus
dem 19. Jahrhundert. Das Booklet zur CD bietet viele ergänzende
Informationen zu Komponisten und Künstlern in Deutsch und
Englisch.
|